Was ist die Schwerhörigkeit

In der Schweiz gibt es ca. 800 000 Schwerhörige Personen. Etwa 85 % der Betroffen sind bis jetzt noch nicht mit Hörhilfen versorgt.

Dies hat diverse Gründe. Die meisten Formen der Schwerhörigkeit verlaufen langsam. Es ist nur selten so, dass man auf einmal sehr viel schlechter hört.

Zudem merken die meisten Personen nicht, dass sie nicht so gut hören können. Es sind oft die Verwandten oder Bekannten oder Kollegen, die eine Schwerhörigkeit bemerken können. Leider ist in unserer Gesellschaft das Thema schlecht Hören ein Tabu. Das ist auch der Grund, dass man den Betroffen nicht dazu rät das Gehör mal untersuchen zu lassen. Obwohl eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sinnvoll wäre und dem Patienenten viele Vorteile bringen würde. Die meisten Schwerhörigen leben 15 Jahre oder mehr mit der Schwerhörigkeit bis sie mal einen Arzt aufsuchen. Dies hat zur Folge, dass das Gehör in der Zwischenzeit schon stark gelitten hat und die Behandlung nicht mehr so effifzient ist, als wenn sie früher stattgefunden hätte.

Arten der Schwerhörigkeit

Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit liegt eine Störung im äusseren oder im mittleren Ohr vor. Durch diese Behinderung werden Schallsignale nur leiser gehört; die Qualität des Gehörten wird dabei kaum beeinträchtigt.

Das Hörvermögen kann durch Hörhilfen (Hörgeräte) oder durch eine Operation ganz oder teilweise wiederhergestellt werden. Es handelt sich hierbei um eine leichte bis mittlere Form der Schwerhörigkeit.

Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit liegt die Störung im Bereich des Innenohres. Dabei ist der Hörnervs oder die Hirnzellen selbst beschädigt. Diese Störung kann nicht operiert werden. Jedoch mit Hörhilfen kann diese Störung schon recht gut behandelt werden.

Diese Störung kann auch andere Auswirkungen auf das Gehör betreffend Wahrnehmung als die Schallleitungsschwerhörigkeit haben.

Das heisst, man hört die Sprache relativ laut, aber sie wirkt undeutlich. Die Ursache liegt meistens im Verlust einiger Frequenzen, die teilweise oder gar nicht mehr wahrgenommen werden können.

Kombinierte Schwerhörigkeit

Die Kombinierte Schwerhörigkeit ist eine Mischform der Schallleitungs- und Schallempfindungs-Schwerhörigkeit.

Grad der Schwerhörigkeit

0 - 20 db normal hörend Hat keine Probleme Sprache zu verstehen. Je älter die Leute werden desto höher ist die Hörschwelle. Bei Kinder und Jugendlichen ist die Hörschwelle bei 10 bis 15 db. Bei 65 Jährigen über 20 db

Kann Umgangsprache* in der Entfernung über 10 Meter verstehen.

20 - 40 db leichte Schwerhörigkeit Diejenigen können Sprache in leiser Umgebung relativ gut verstehen. Bei viel Störlärm ist die Sprachverständlichkeit bereits eingeschränkt. Flüstern oder leise Geräusche werden oft nicht oder nur Teilweise wahrgenommen.

Kann Umgangssprache* aus etwa 4 Meter verstehen.

Bei einem Hörverlust von 35 db oder mehr sollte behandelt oder mit Hörgeräten versorgt werden.
40 - 60 db mitelgradige Schwerhörigkeit Haben bereits Probleme normale Gespräche zu verstehen. Verstehen oft was falsch. Können bei Flüstern oder leise Geräusche nicht verstehen.

Kann Umgangssprache* in der Entfernung von 1 - 3 Meter verstehen.

Sollte unbedingt behandelt oder mit Hörgeräten versorgt werden.
60 - 90 db hochgradig Schwerhörigkeit Können ohne Hilfsmittel ein Gespräch nicht folgen. Können nur laute Geräsuche oder laute Gespräche folgen

Kann Umgangssprache in der Entfernung von 0.25 - 1 Meter verstehen.

ohne Hörhilfen ist das Verstehen nicht möglich
90 - 120 db Resthörig Können praktisch gar nichts mehr ohne Hilfsmittel verstehen. Auch mit Hilfsmittel ist eine gute Hörfähigkeit nur begrenzt möglich

Kann Umgangssprache in einer Enterfung < 0.25 Meter verstehen.

Haben auch mit Hörhilfen probleme zu Verstehen. Sind aufs Lippenablesen angewiesen.
> 120 db Taub Können auch mit Hilfsmittel nichts mehr verstehen. Einzige alternative ist das implantieren eines CI

* = Ist ein Gespräch in "normaler Lautstärke" in leiser Umgebung ohne Störlärm.

Ursachen der Schwerhörigkeit

Erkrankung oder Schädigung des äußeren Ohres:

Ohrpropf kann durch entfernen behoben werden.
Fremdkörper im Gehörgans kann durch Operation behoben werden.
Entzündung des Gehörganges kann mit Medikamenten behoben werden.

Erkrankung oder Schädigung des Mittelohres:

Paukenerguss (Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr)
Mittelohrentzündung kann mit Medikamenten behoben werden
Trommelfellperforation kann mittels Operation behoben werden
Otosklerose (Verknöcherung der Gehörknöchelchen) kann mittels Operation oder mit Hörgerät behoben werden
Mittelohrverletzung nach Schädelbruch kann mittels Operation oder Hörgerät behoben werden
Missbildungen kann mittels Operation oder Hörgerät behoben werden

Erkrankung oder Schädigung des Innenohres:

Altersschwerhörigkeit kann mit Hilfe von Hörgeräten teilweise behoben werden.
Innenohrschädigung durch Lärm oder Schalleinwirkung kann mit Hilfe von Hörgeräten teilweise behoben werden.
Schädel-Hirnverletzung kann mit Hilfe von Hörgeräten teilweise behoben werden.
Infektion, Mumps und andere Krankheiten kann mit Hilfe von Hörgeräten teilweise behoben werden.
Durchblutungsstörung kann mit Hilfe von Medikamenten oder Hörgeräten teilweise behoben werden.
dauerhafte Ohrgeräusche - Tinnitus kann mit Hilfe von Hörgeräten teilweise behoben werden.
Hörsturz kann mit Hilfe von Medikamenten oder Hörgeräten teilweise behoben werden.